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Journalismus und Medien

Können und sollen traditionelle Medien vom Web 2.0 profitieren?

Die Kommunikationswelt ist heute anarchistischer, individueller, globalisierter und doch fragmentierter, und die Verlierer dieser sozialen Umgestaltung sind die traditionellen Medien. Darin sind sich die meisten Experten einig. Online-Medien sind den traditionellen Medien weder bezüglich ihrer Nutzung, Verbreitung, Informativität oder Interaktivität unterlegen. Doch die grossen Herausforderungen sind immer auch Chancen. Gerade in der Medienbranche.

12 Thesen zur Medienpolitik in der Online-Welt

Das Internet verändert die Medienwelt – und nicht nur die. Der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Vowe, Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beschreibt auf www.netzwertig.com in 12 Thesen die aktuellen Vorgänge sowie die Konsequenzen für die Medienpolitik.

Von der Zukunft des Journalismus (wieder einmal) und dem Schrecken, sich selbst auf Youtube zu finden

Am 6. September führte das MAZ im KKL Luzern das sechste Medienpodium durch. Zum Thema "Innovation als Vorsprung" referierten Prof. Dr. Stephan Weichert (Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Hamburg), David Leigh (Investigation Executive Editor, The Guardian, London), Marc Walder (CEO Ringier Schweiz und Deutschland) und Grzegorz Piechota (Senior Editor Gazeta Wyborcza, Warschau).

Das Podiums-Paradox

Ob "Arena" bei SF oder öffentliches Wahl- respektive Abstimmungs-Podium in Ihrer Gemeinde: Podiumsdiskussionen sind immer gleich angelegt:

  • Es diskutieren 2 oder mehr Fachleute miteinander – deren Meinung ist gemacht.

  • Es hört und schaut ein Publikum zu, das vom Thema meist wenig Ahnung hat und noch überzeugt werden kann.

Für Podiumsteilnehmer/innen heisst das: Ich diskutiere zwar mit anderen Fachleuten über das Fachthema – überzeugen kann und will ich jedoch das Publikum, nicht mein direktes Gegenüber.

Wallraff ist "eigentlich alte österreichische Tradition"

Wer hats erfunden? Die Rede ist vom investigativen Journalismus. Oder spezifischer: dem Einschleich-Journalismus. Medienschaffende ermitteln verdeckt und enthüllen allfällig gefundene Geheimnisse, Ungeheuerlichkeiten und Skandale ihren Lesern. Und die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet: Österreich. Jedenfalls laut einem Artikel in der "Wiener Zeitung", welcher sich mit dem Rechtstand bezüglich verdeckter Recherchen befasst. Diese sind in Österreich nämlich per Gesetz verboten und auch im Journalistenkodex als unlautere Methode abgestempelt. Das soll sich jetzt ändern. Weshalb die aktuelle Regelung veraltet ist und warum der deutsche Enthüllungsjournalist Wallraff alte, österreichische Tradition ist, schreibt Ina Weber im Artikel "Im Namen der Öffentlichkeit".

Freie Journalisten: "Der Beruf ist am Ende. Schluss. Punkt."

Seit Frank Häneckes “Problemfeld Freier Journalismus. Ergebnisse aus Befragungen von Freien und Redaktionen” anno 1994 hat sich kaum mehr jemand mit deren Situation, ihrer täglichen Arbeit und ihrem Rollenselbstverständnis auseinandergesetzt. Dabei hat sich seit dem Höhepunkt der Medienkrise 2003 die Situation gerade für freie Journalisten erheblich verändert. Ende 2010 hat Deborah Neufeld eine Bachelor-Diplomarbeit im Studiengang Kommunikation fertig gestellt, welche die aktuellen Probleme freier Journalistinnen und Journalisten detailliert aufzeigt. Neufelds Studie als PDF im Anhang dieses Artikels.

Deutschland: Mitmach-Journalisten werden bei Verlegern immer beliebter

pte. Lokale und regionale Zeitungen füllen ihre Seiten in Print und Web immer häufiger mit Inhalten von Bürgerreportern. Anhand verschiedener Initiativen holen sie sich so Verstärkung auf sublokaler Ebene. Nachdem etwa das Hamburger Abendblatt erst vor wenigen Tagen das Projekt "Mein Quartier - Die Stadtteilreporter" gestartet hat, setzt nun auch die Münchner Abendzeitung auf Hobbyjournalisten, die Artikel und Fotos über Geschehnisse in ihrer lokalen Umgebung veröffentlichen wollen. Die Zeitung greift dabei auf die Ressourcen des Bürgerreporter-Portals www.myheimat.de zurück. Hier kann jeder darüber berichten, "was bei ihm vor der Haustür passiert".
"Wir sehen nicht die Gefahr, dass die Zeitung durch Inhalte von Bürgerreportern zum kollektiven Blog verkommen könnte", sagt myheimat-Geschäftsführer Martin Huber auf Nachfrage von pressetext. "Vielmehr können die Beiträge eine entscheidende Ergänzung im regionalen und lokalen Bereich zum seriösen Journalismus sein." Bei heiklen Themen mit Faktenbezug kann journalistische Qualität in Bürgerreporter-Berichten zwar nur anhand einer weiteren Prüfung sichergestellt werden. In den meisten Fällen leben die Artikel jedoch von persönlicher Perspektive, Subjektivität und dem direkten Bezug des Autors zum Thema.

Was in klassischen Medien oft unter dem Deckmantel des Qualitätsjournalismus als objektiv verkauft wird, ist gruselig

Sind bloggende Journalisten bessere Journalisten? Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls das Interview des "Standard" mit Richard Gutjahr, Blogger, freier Mitarbeiter der Chefredaktion des Bayerischen Fernsehens, ARD-Reporter und Moderator der "Rundschau Nacht". Gutjahr hatte aufgedeckt, dass WeTab-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen unter falschem Namen in Rezensionen das eigene Produkt lobte, worauf Hoffer zurück trat. Der bloggende Journalist hat eine klare Meinung über Objektivität in den Medien, die es per se überhaupt nicht gebe, über Transparenz im Netz, welche die vermeintliche Objektivität ersetze und über den Kontakt zur Basis, welcher in den klassischen Medien fast vollständig fehle. Das ganze Mail-Interview nachzulesen auf derstandard.at: Manchmal kann der Blogger auch der bessere Journalist sein

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