Sitzungen und Seminare: Neue Medien und Geräte als Störfaktoren?
Kaum eine Sitzung, keine Schulung und kein Seminar, an dem die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden noch voll beim Sprecher liegt. Immer öfter und immer stärker drängen Smartphones und Tablets in den beruflichen Alltag, bedingen Facebook-Kommunikation und SMS-Kundensupport lückenlose Erreichbarkeit. Wie geht man als Dozent oder Sitzungsleiter damit um?
Verbieten ist die einfachste Lösung. Wer internetfähige Geräte aus Sitzungen, Schulungen und Seminaren verbannt, löst das Problem der mangelnden Aufmerksamkeit schnell. Doch stimmt das? Ist ein Kommunikationsmanager, der immer und überall erreichbar sein sollte, wirklich aufmerksam, wenn er von der Aussenwelt abgeschnitten ist? Und könnte man überhaupt generelle Verbote durchsetzen?
Einbinden statt ausschliessen
Die Praxis zeigt ein anderes Bild. Das hohe Tempo der Kommunikation und die gestiegenen Ansprüche der Dialogpartner verunmöglichen einen kompletten Ausschluss der Aussenwelt. Und derart kommunikationserfahrene Menschen erweisen sich als durchaus in der Lage, trotz Online-Präsenz auch für die reale Welt aufnahmefähig zu bleiben. Wer also selbstbewusst genug ist, vor scheinbar abgelenkten Menschen zu sprechen, kann die neuen Medien auch gleich einbinden.
Begleitende Informationen online
Bekanntlich gibt es viele, unterschiedliche Lerntypen. Manche Menschen lernen durchaus besser, wenn sie Gehörtes nachlesen oder zeitgleich aufschreiben, Grafiken oder Videos zum Thema anschauen können. Mit den sozialen Medien lässt sich jeder Lerntyp gleichzeitig ansprechen. Auf Facebook, Google+ oder einer anderen Plattform können private Gruppen erstellt und Teilnehmer dazu eingeladen werden. Statt dass jeder einzelne Teilnehmende seine Notizen auf seinem Laptop abspeichert, werden diese direkt in die Gruppe geschrieben. So profitieren alle von den Notizen und können ihre eigenen Ergänzungen oder Bemerkungen dazu schreiben.
In dieselbe Gruppe können zum Voraus oder während das Thema behandelt wird, Links zu weiterführenden Fachartikeln, Videos, Grafiken oder Fachbüchern eingestellt. Und zwar nicht nur vom Sprecher, sondern auch von den einzelnen Teilnehmenden. So entsteht eine umfassende Wissens- und Linksammlung, die jederzeit abrufbar ist und den Schulungseffekt oder das Sitzungsthema nachhaltig verankert.
Betreuung über die Präsenzzeit hinaus
Besonders intensiv wirkt diese mediale Begleitung, wenn sie über die Schulung oder Sitzung hinaus erfolgt. Die extra erstellte Gruppe kann nicht nur als Archiv dienen, sondern als gemeinsame Diskussions- und Hilfe-Plattform für alle Teilnehmenden. So bleiben auch bei kurzen Impulsschulungen die Beziehungen der Teilnehmenden untereinander und zum Dozierenden erhalten und das Fachthema längerfristig lebendig. Bei Sitzungen, die sich mit strategischen oder unternehmerischen Prozessen befassen, kann eine lebendige Diskussionsgruppe die Effizienz erheblich steigern und bekannte Schwachstellen in Umsetzungsprozessen wie Wissenstransfer oder Zielerreichung beheben. Viel Erfolg!
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