p&e-Blog als App

Steigende Spannung zwischen Eile und Weile

Unsere Umgebung ändert sich rasend schnell. Technologien wechseln sich schneller ab, als wir unsere Computer updaten können. Die virtuelle Vernetzung nimmt zu und neue Plattformen schiessen aus dem Boden wie Pilze nach einem Spätsommergewitter. Einige der Neuerungen heisse ich durchaus willkommen und nutze sie gern; so bin ich froh, dass meine Webformulare nun alle gegen automatisch erzeugte Spam geschützt sind und dass ich mit der neuen Blogfunktion meines Webprogrammiers eine Übersicht über alle Neuerungen auf www.praesenz-effizienz.ch einrichten konnte.


Doch anders als im Cyberspace ist mir das zunehmende Tempo in anderen Bereichen weniger willkommen. Die Raserei auf den Strassen setzt mir immer mehr zu, was vielleicht am Alter liegt. Schliesslich liege ich in den letzten Monaten vor Vierzig. Und die Hektik in den Städten widerstrebt mir ebenfalls immer mehr. Aber auch das könnte am Alter liegen. Je schneller ich durch den Cyberspace jette und je doller ich vernetzt bin, umso mehr weiss ich meine Ruhezeiten zu schätzen.

Und auch wenn ich die Globalität meines Computers, die zahlreichen Kontakte mit Kunden und Netzwerkpartnern und die spannenden Aufgaben in verschiedensten Branchen geniesse, so geniesse ich auch ruhige Abende mit einem Buch. Einem gedruckten, das schwer in den Händen liegt und dessen Seiten beim Umblättern rascheln. Oder einen Spaziergang unter dem sternenfunkelnden Herbsthimmel, weit ab von Strassenlaternen und Geschäftshektik. Oder einen Sonntagnachmittag am Rhein, mit Familie und Vierbeinern, eine ordinäre Cervelat über dem Feuer und Flusssand daran, weil die Wurst wie immer erst zu Boden fiel, bevor sie sich aufspiessen liess.

Ist es eine Frage des Alters, dass man neben Entwicklung, Fortschritt und Innovation auch vergangenheitsgerichtete Ruhemomente braucht? Wenn ja, dann freue ich mich jetzt schon auf die kommenden Jahre. Und die steigende, reizvolle Spannung zwischen Eile und Weile.