Lokalmedien gehört die Zukunft
Verfasst von Daniela A. Caviglia am 19. März 2006 - 13:21
Lokalmedien gehört die Zukunft. Mit dem richtigen Konzept befriedigen diese das Bedürfnis der Menschen nach Heimat. Lesernähe, Vielfalt und aktive Mitarbeit wirken als Erfolgsturbos.
In der Region unersetzlich
Gute und unabhängige Regional- und Lokalzeitungen sind das Rückgrat einer Region. Sie verbinden die Menschen durch Informationen aus ihrer nächsten Umgebung und ersetzen damit die Funktion des früheren Waschbrunnens im Dorf. Was häufig und gerne gelesen wird, ist auch ein ideales Umfeld für Inserate. Bezeichnenderweise verzeichnen vor allem überregioanle Tageszeitungen einen steten Inseraterückgang, während viele der lokalen Mikrozeitungen gleichzeitig zulegen.
Die Zukunft gehört den Mikrozeitungen
Auch Fachleute wie beispielsweise René Grossenbacher, Publicom AG, sprechen den Mikrozeitungen eine rosige Zukunft zu. Wie Grossenbacher an der Publicitas Verlegertagung die zukünftige Zeitungslandschaft skizzierte, teilen sich im Jahr 2025 einige wenige überregionale Tageszeitungen die Schweiz auf. Da durch diese Konzentration die regionalen Märkte nicht optimal erschlossen werden könne, entstünde Platz für neue Formen im lokalen Raum. Grossenbacher hält 80-100 lokale Mikrozeitungen für möglich.
Alte Weisheit statt neuem Trend
Jetzt spricht alle Welt von Bürgerjournalismus. Bis jetzt nannte man das in den Lokalredaktionen die Einbindung von Korrespondenten und Textzuliefernden. Redaktionsschaffende im lokalen Sektor wissen, dass die Qualität ihres Produkts massgeblich von der Qualität der zugelieferten Artikel abhängt. Deshalb investieren nicht wenige Lokalredaktor/-innen einen Teil ihrer Freizeit in die Zulieferer-Ausbildung.
Einbindung der lokalen Wirtschaft
Eine Lokalzeitung, in der die Vereine, die ortsansässigen Parteien und die Anwohner angemessen zu Wort kommen, kann sich der Leseraufmerksamkeit gewiss sein. In einem solchen Umfeld inseriert man gern. Mit geeigneten Konzepten und Rubriken kann das Inseratevolumen noch gesteigert werden, ohne dass die Glaubwürdigkeit oder das Leserinteresse darunter leiden. Es lohnt sich auf jeden Fall, die lokale Wirtschaft ebenso aktiv ins Produkt einzubinden wie die Organisationen oder die Behörden.
Externer Blick mit Insiderwissen
Lokalredaktionen ticken anders als solche von Tageszeitungen oder elektronischen Medien. Oft sind auch starke Emotionen vorhanden, die mit der Identifizierung einer Redaktionsleitung mit ihrem Produkt einhergehen. Deshalb ist im Falle eines Relaunchs oder einer Optimierung ein externer Blick mit ausreichend Insiderwissens wichtig. Die fachlich distanzierte Sicht auf ein Produkt, seine Stärken und Schwächen, die Produktionsabläufe und die Pflege der Leserschaft wirkt fördernd. Denn wer hat im Wochengeschäft unter stetem Ressourcenmangel schon die Zeit und die Musse, Distanz einzunehmen und sachlich orientiert den Arbeitsalltag zu durchleuchten.
Bitte beachten Sie auch die für Ihr Produkt frei verfügbaren Texte zu den Gratisanleitungen und zum Medienlehrgang im Pressecorner des Webs mit PEP.
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