Siemens Enterprise Communications verkauft!
Verfasst von Daniela A. Caviglia am 13. November 2006 - 11:17
"Keine Käufer für Siemens Enterprise Communications" wurde in den letzten Tagen fälschlicherweise vermeldet. Denn seit heute Donnerstag ist es offiziell: Enterprise Communications ist verkauft. Und zwar an die Schweizer Firma Präsenz und Effizienz in Printmedien (PEP).
Wie Geschäftsleiterin Daniela A. Caviglia bestätigte, sei der Kaufpreis von einem Apfel und einem Ei bereits an Siemens gefaxt worden. Experten sind sich nicht einig, was dieser Verkauf für Auswirkungen auf die beiden Unternehmen haben werde. Der "Blog mit PEP" hat Caviglia frühmorgens in den verschneiten Schweizer Bergen getroffen und sie exklusiv interviewt.
Blog mit PEP: Frau Caviglia, der Preis für das von Ihnen gekaufte Unternehmen soll ja sehr hoch sein. Denken Sie, die Investition wird sich für Sie lohnen?
Caviglia: Dazu kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Unsere Analysten haben den Wert des Apfels und des Eies noch nicht genau definiert, dafür sind die Schwankungen des Markts momentan zu stark. Ausserdem entstanden ja noch zusätzliche Kosten, wir brauchen jetzt als Erstes einen neuen Fax, da die faxikalische Transaktion des Kaufpreises die Technik total überfordert hat.
Was wird sich bei Siemens Enterprise Communications ändern?
Eigentlich alles. Die bisherige Unternehmensleitung hat schwerwiegende Fehler gemacht. Deshalb werden erst einmal alle entlassen. Als zweiter Schritt wird eine neue Geschäftsführung eingesetzt, die ein angemessenes Gehalt bezieht.
Gibt es schon Kandidaten für diese Aufgabe?
Die Stelle ist bereits besetzt. Offen gesagt, übernehme ich diese Funktion. Nach reiflicher Überlegung bin ich zum Schluss gekommen, dass dies genau die Aufgabe ist, die ich brauche, um eine Midlifecrisis zu umgehen.
Und in welchem Grössenrahmen bewegt sich Ihr Gehalt?
Nach langen und harten Verhandlungen haben sich die neue Besitzerin der Siemens Enterprise Communications und ich auf ein Startgehalt von 300 Millionen Euro geeignet.
Kann sich die Siemens Enterprise Communications ein derartiges Gehalt überhaupt leisten?
Das war eines meiner Hauptargumente gegen diese Summe. Jedoch konnte ich mich nach kurzen Rücksprachen mit meinen Buchhaltern davon überzeugen, dass der Betrag kein Problem ist, wenn wir an anderen Stellen etwas sparen.
Und das wäre?
Wir werden beispielsweise alle Mitarbeitenden entlassen.
Aber ... dann wird das Unternehmen ja handlungsunfähig!
Aber, aber, warum denn so pesimistisch! Das ist jetzt einfach eine dumme Behauptung Ihrerseits. Betrachten Sie die Angelegenheit doch mal von einer anderen Warte aus, so lösen wir nämlich mehrere Probleme auf einmal. Erstens wird der Betrieb viel überschaubar, ein grosser Teil der teuren und aufwändigen Kontrollsysteme können abgeschafft werden. Zweitens können auch keine dummen Fehler mehr passieren, wenn niemand da ist, der Fehler machen könnte. Und drittens lösen wir das Problem der Entlassungen ein für alle mal!
Die Frage bleibt jedoch, was macht Siemens Enterprise Communications dann überhaupt noch?
Es gilt schon, in diesem veränderten Umfeld auch die Geschäftsfelder anzupassen. Mir schwebt eine selbstvermehrende, offene, mutige und moderne Tätigkeit vor, die mit geringer Infrastruktur auskommt.
Jetzt machen Sie mich aber neugierig. Worum geht es konkret?
Eigentlich wollte ich damit noch nicht an die Öffentlichkeit, andererseits ist das jetzt vielleicht die Stunde der Wahrheit: Funktioniert offene Kommunikation bei Siemens Enterprise Communications, ja oder nein? Also gut: ich blogge.
Wie bitte?!?
Na, Sie wissen schon, Weblogs, Blogs, bloggen... Sagen Sie bloss, Sie haben noch nie etwas davon gehört?
Doch schon, aber ich verstehe den Zusammenhang nicht ganz. Wieso soll Siemens Enterprise Communications bloggen?
Wieso nicht? Schliesslich habe ich für die Firma bezahlt, ich kann damit machen, was ich will.
Aber 300 Millionen Jahresgehalt fürs Bloggen?
Und fürs selber Kaffee kochen. Vergessen Sie nicht, wenn wir alle entlassen, muss ich sogar meinen Kaffee selber kochen! Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich unverschämt, aber in diesem Punkt konnte bei den Verhandlungen keine Einigkeit erzielt werden.
Ich bin jetzt schon etwas verwirrt, sowas ist mir in meinen ganzen 29 Jahren als Wirtschaftsjournalist noch nie zu Ohren gekommen.
Das ist eben Web 2.0. Das verändert die ganze Welt.
Apropos Veränderungen, welche Auswirkungen hat der Kauf von Siemens Enterprise Communications eigentlich auf Ihr Stammgeschäft, die Firma PEP?
Oh, ja, meine alte Firma. Die steht zum Verkauf. Wissen Sie, nach so vielen Jahren ist es wirklich Zeit für einen Wechsel. Und die Übernahme von Siemens Enterprise Communications ist ein hervorragender Anlass für eine Neuausrichtung.
Sind denn schon Käufer in Sicht?
Bis waren erst eine Handvoll Insider informiert. Ich erwarte aber einen eigentlichen Run auf PEP, wenn die Information öffentlich wird.
In welcher Grössenordnung wird sich denn der Kaufpreis von PEP bewegen?
So zwischen zwei und drei Millionen Euro. Noch sind die Verhandlungen aber erst angelaufen. Die Situation ändert sich mit jedem neuen Kaufinteressenten.
Sind Ihre Preisvorstellungen für PEP nicht etwas zu hoch?
Ja und? Was Siemens kann, kann ich doch auch!
PS: Inspiriert von "Spreeblick kauft Blocks". Danke, Jungs!
PPS: Kaufangebote für PEP bitte an caviglia@praesenz-effizienz.ch
PPPS: Sollten Sie ohne Aufforderung zwecks Kauf von PEP einen Apfel und/oder ein Ei faxen, übernehmen wir für allfällige Schäden an Ihrem Faxgerät keine Haftung.
Blog mit PEP: Frau Caviglia, der Preis für das von Ihnen gekaufte Unternehmen soll ja sehr hoch sein. Denken Sie, die Investition wird sich für Sie lohnen?
Caviglia: Dazu kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Unsere Analysten haben den Wert des Apfels und des Eies noch nicht genau definiert, dafür sind die Schwankungen des Markts momentan zu stark. Ausserdem entstanden ja noch zusätzliche Kosten, wir brauchen jetzt als Erstes einen neuen Fax, da die faxikalische Transaktion des Kaufpreises die Technik total überfordert hat.
Was wird sich bei Siemens Enterprise Communications ändern?
Eigentlich alles. Die bisherige Unternehmensleitung hat schwerwiegende Fehler gemacht. Deshalb werden erst einmal alle entlassen. Als zweiter Schritt wird eine neue Geschäftsführung eingesetzt, die ein angemessenes Gehalt bezieht.
Gibt es schon Kandidaten für diese Aufgabe?
Die Stelle ist bereits besetzt. Offen gesagt, übernehme ich diese Funktion. Nach reiflicher Überlegung bin ich zum Schluss gekommen, dass dies genau die Aufgabe ist, die ich brauche, um eine Midlifecrisis zu umgehen.
Und in welchem Grössenrahmen bewegt sich Ihr Gehalt?
Nach langen und harten Verhandlungen haben sich die neue Besitzerin der Siemens Enterprise Communications und ich auf ein Startgehalt von 300 Millionen Euro geeignet.
Kann sich die Siemens Enterprise Communications ein derartiges Gehalt überhaupt leisten?
Das war eines meiner Hauptargumente gegen diese Summe. Jedoch konnte ich mich nach kurzen Rücksprachen mit meinen Buchhaltern davon überzeugen, dass der Betrag kein Problem ist, wenn wir an anderen Stellen etwas sparen.
Und das wäre?
Wir werden beispielsweise alle Mitarbeitenden entlassen.
Aber ... dann wird das Unternehmen ja handlungsunfähig!
Aber, aber, warum denn so pesimistisch! Das ist jetzt einfach eine dumme Behauptung Ihrerseits. Betrachten Sie die Angelegenheit doch mal von einer anderen Warte aus, so lösen wir nämlich mehrere Probleme auf einmal. Erstens wird der Betrieb viel überschaubar, ein grosser Teil der teuren und aufwändigen Kontrollsysteme können abgeschafft werden. Zweitens können auch keine dummen Fehler mehr passieren, wenn niemand da ist, der Fehler machen könnte. Und drittens lösen wir das Problem der Entlassungen ein für alle mal!
Die Frage bleibt jedoch, was macht Siemens Enterprise Communications dann überhaupt noch?
Es gilt schon, in diesem veränderten Umfeld auch die Geschäftsfelder anzupassen. Mir schwebt eine selbstvermehrende, offene, mutige und moderne Tätigkeit vor, die mit geringer Infrastruktur auskommt.
Jetzt machen Sie mich aber neugierig. Worum geht es konkret?
Eigentlich wollte ich damit noch nicht an die Öffentlichkeit, andererseits ist das jetzt vielleicht die Stunde der Wahrheit: Funktioniert offene Kommunikation bei Siemens Enterprise Communications, ja oder nein? Also gut: ich blogge.
Wie bitte?!?
Na, Sie wissen schon, Weblogs, Blogs, bloggen... Sagen Sie bloss, Sie haben noch nie etwas davon gehört?
Doch schon, aber ich verstehe den Zusammenhang nicht ganz. Wieso soll Siemens Enterprise Communications bloggen?
Wieso nicht? Schliesslich habe ich für die Firma bezahlt, ich kann damit machen, was ich will.
Aber 300 Millionen Jahresgehalt fürs Bloggen?
Und fürs selber Kaffee kochen. Vergessen Sie nicht, wenn wir alle entlassen, muss ich sogar meinen Kaffee selber kochen! Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich unverschämt, aber in diesem Punkt konnte bei den Verhandlungen keine Einigkeit erzielt werden.
Ich bin jetzt schon etwas verwirrt, sowas ist mir in meinen ganzen 29 Jahren als Wirtschaftsjournalist noch nie zu Ohren gekommen.
Das ist eben Web 2.0. Das verändert die ganze Welt.
Apropos Veränderungen, welche Auswirkungen hat der Kauf von Siemens Enterprise Communications eigentlich auf Ihr Stammgeschäft, die Firma PEP?
Oh, ja, meine alte Firma. Die steht zum Verkauf. Wissen Sie, nach so vielen Jahren ist es wirklich Zeit für einen Wechsel. Und die Übernahme von Siemens Enterprise Communications ist ein hervorragender Anlass für eine Neuausrichtung.
Sind denn schon Käufer in Sicht?
Bis waren erst eine Handvoll Insider informiert. Ich erwarte aber einen eigentlichen Run auf PEP, wenn die Information öffentlich wird.
In welcher Grössenordnung wird sich denn der Kaufpreis von PEP bewegen?
So zwischen zwei und drei Millionen Euro. Noch sind die Verhandlungen aber erst angelaufen. Die Situation ändert sich mit jedem neuen Kaufinteressenten.
Sind Ihre Preisvorstellungen für PEP nicht etwas zu hoch?
Ja und? Was Siemens kann, kann ich doch auch!
PS: Inspiriert von "Spreeblick kauft Blocks". Danke, Jungs!
PPS: Kaufangebote für PEP bitte an caviglia@praesenz-effizienz.ch
PPPS: Sollten Sie ohne Aufforderung zwecks Kauf von PEP einen Apfel und/oder ein Ei faxen, übernehmen wir für allfällige Schäden an Ihrem Faxgerät keine Haftung.
-

- Seite drucken
- 818 Mal aufgerufen
- Per E-Mail versenden
