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Tücken der Kommunikation

Niemand behauptet, Kommunikation sei einfach. Und sie wird es zukünftig auch nicht werden. Leichter ja, auch transparenter. Aber einfach?


Moderne Technik erleichtert die Kommunikation erheblich. Vor zehn Jahren wäre es noch unvorstellbar gewesen, dass ich Zuhause in meinem stillen Kämmerchen sitzen und gleichzeitig mit der halben Welt kommunizieren kann. Nichten und Neffen SMSlen und skypen mit mir, obwohl sie etliche Flugmeilen weit entfernt wohnen, Kooperationspartner rufen mich schnell übers Internet an, um Details zu besprechen, E-Mails jagen zwischen meiner Mailbox und denen von Redaktoren, Geschäftsführern oder Marketiers (Frauen sind mitgemeint...) hin und her.
 
Einfacher ist die Kommunikation aber nicht. Noch immer stellt sich die Frage, wie viel Lockerheit, wie viel Humor der andere erträgt, auch wenn er selbst damit anfängt. Noch immer besteht das Hauptproblem darin, dass man nicht sicher sein kann, ob beim Gegenüber auch das ankommt, was man ihm oder ihr eigentlich mitteilen wollte. Missverständnisse und Missstimmung entstehen leichter, als sie sich wieder aus dem Weg räumen lassen.
 
Die heutige Kommunikation ist auch transparenter als noch vor zehn Jahren. Wer welchen Wikieintrag geschönt und welche Kritiker ruhig gestellt hat, wer auch kritische Kommentare und Rezensionen veröffentlich oder eben nicht, all das ist heute durchschaubar. Der Nebeneffekt dieser Transparenz ist der Vertrauensverlust. Je mehr ich über die Web-Manipulationsversuche von Unternehmen und Organisationen lesen, umso weniger vertraue ich noch den Kommunikatoren.
 
Jüngstes Beispiel: "Sonntagszeitung" versus SRG. Die SoZ veröffentlicht SRG-Gehälter, die SRG dementiert. Hätte sie nicht dementiert, hätte ich den Artikel überlesen. Mit ihrem Dementi hat die SRG also mindestens eine Person auf das Thema aufmerksam gemacht, der es sonst entgangen wäre. Ausserdem hat das vehemente Dementieren, das Anschwärzen der Journalisten und das Veröffentlichen tieferer Zahlen mein Misstrauen geweckt. Weshalb messen die diesem Artikel eine solche Bedeutung zu? Anstatt dass ich jetzt, wie es die Absicht der SRG-Kommunikatoren war, mich frage, ob die Journalisten sauber recherchiert haben, frage ich mich, ob wohl mehr dran ist als der SRG lieb ist.
 
Vielleicht ist die SRG aber auch wirklich nur Opfer unsauberer Recherchearbeiten. Dabei bemühen sich Journalisten doch um die Wahrheit, wie Silvia Egli von Matt vom MAZ gesagt hat. Aber vielleicht ist auch Egli von Matts Formulierung "Das Bemühen um Wahrheit" ein simples Bauernopfer des berichterstattenden Mediums "Der Bund". Denn der Schlagzeile wegen geopfert ist schnell, einfacher wird die Kommunikation dadurch nicht.
 
Aber das behauptet ja auch niemand.