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Dieser Job ist eine Art Lebensaufgabe

Fredi Köbeli, 1954, ist Redaktionsleiter der "Neuen Oltner Zeitung" (koebeli@noz.ch).
 
Weshalb wurden Sie Journalist/-in?
Weil ich schon immer gern geschrieben habe.
 
Wie sind Sie in den Journalismus eingestiegen?
Ich arbeitete als kaufmännischer Angestellter und habe nebenbei für Zeitungen Sportberichte geschrieben. Als in der Lokalzeitung eine Stelle als Redaktor frei wurde, habe ich mich gemeldet.
 
Was lieben Sie am meisten an Ihrem Beruf?
Ich schreibe sehr gerne Kolumnen und Geschichten über Menschen.
 
Welches ist die grösste Herausforderung im Journalismus?
Für mich ist es eine Herausforderung, unsere Wochenzeitung immer populärer zu machen. Wir haben in den letzten Jahren die Leserzahl enorm erhöht. Das zwingt uns, überall Geschichten zu suchen, welche Menschen gerne lesen. Die Leser zu unterhalten ist das Wichtigste.
 
Mit welchen Strategien behalten Sie in Ihrem hektischen Alltag den Überblick?
Wenn mir etwas Freude macht, gibts für mich keine Hektik. Nicht wirklich jedenfalls. Wichtig ist, dass ich auch einiges delegieren kann.
 
Wie kommen Sie zu guten Geschichten?
Ich sehe und höre ständig Dinge, die mich zu Geschichten bringen, beispielsweise am Stammtisch. Viele Leute machen mich auch auf Geschichten aufmerksam und ich merke schnell, ob es eine Story ist, die für mich (und die Leser) etwas bringt.
 
Über welches Thema würden Sie nie schreiben?
Das kann ich so nicht beantworten. Es gibt Dinge, über die ich nicht gerne schreiben, weil sie mir nicht so vertraut sind.
 
Wo sehen Sie sich in zehn Jahren beruflich?
Ich gehe davon aus, dass ich noch dasselbe machen werde.
 
Was empfehlen Sie Interessierten, die in den Journalismus einsteigen wollen?
Sie müssen sich von Anfang an klar sein, dass unser Beruf kein Job ist, der um 8 Uhr beginnt und um 17 Uhr endet. Man muss sich bewusst sein, dass dieser Job eine Art Lebensaufgabe ist, die einen den ganzen Tag fordert.
 
Welche Talente sollte der journalistische Nachwuchs mitbringen?
Er sollte gut und gerne schreiben, bereit sein, sich weiterzubilden, neugierig sein und sich auch nach der Arbeitszeit Gedanken über diesen Beruf machen.
 
Was empfehlen Sie KMU, die sich Medienpräsenz wünschen?
Man sollte sich erkundigen, wie das mit der Zeitung so läuft, bevor man etwas unverlangt einschickt. Viele haben keine Ahnung, dass es ihnen etwas bringt, wenn sie hin und wieder in Zeitungen präsent sind. Das gilt übrigens auch für Vereine.
 
Das peinlichste Fettnäpfchen für KMU, die mit Medienschaffenden Kontakt aufnehmen?
Das ist verschieden. Es gibt Unternehmen, die machen in der Zeitung nie Werbung, schicken jedoch PR-Berichte mit der Bitte um Veröffentlichung. Wir bekommen auch PR-Berichte, die von Laien abgefasst wurden, aber das ist, glaube ich, normal, viele kleinere Firmen haben keine professionellen Schreiber.