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Arroganz und penetrante Werbung nerven

Der Interviewte hat Jahrgang 1971 und arbeitet auf einer Lokalredaktion. Er möchte anonym bleiben.
 
Weshalb wurden Sie Journalist/-in?
Schon immer gerne geschrieben; ein Beruf, der nie langweilig ist; lernt viele interessante Menschen kennen.
 
Wie sind Sie in den Journalismus eingestiegen?
Studium der Zeitgeschichte, zur gleichen Zeit Pressechef eines Vereins; anschliessend Zwischenjahr auf einer Redaktion gemacht und hängen geblieben.
 
Was lieben Sie am meisten an Ihrem Beruf?
Abwechslung; Kontakt mit Menschen; Möglichkeit, über relevante Themen zu schreiben.
 
Welches ist die grösste Herausforderung im Journalismus?
Unregelmässige Arbeitszeiten; unregelmässige Arbeitsverteilung (manchmal tote Zeit, dann wieder viel Stress und Zeitdruck); Beherrschung der deutschen Sprache.
 
Mit welchen Strategien behalten Sie in Ihrem hektischen Alltag den Überblick?
Eine Arbeit nach der anderen erledigen; ab und zu kurze Pause und reflektieren, was noch zu machen ist; zu gewissen Fixpunkten (Frontsitzung, ...) zwingen; Arbeit delegieren, wenn nötig.
 
Wie kommen Sie zu guten Geschichten?
Persönliche Kontakte (Stammtisch, in Vereinen); andere Medien beobachten; was mich selber interessiert, ist in der Regel auch eine Geschichte, die andere interessiert.
 
Über welches Thema würden Sie nie schreiben?
Gibt es grundsätzlich nicht; lieber nicht über Unfälle.
 
Wo sehen Sie sich in zehn Jahren beruflich?
Immer noch als Journalist im täglichen Printbereich.
 
Was empfehlen Sie Interessierten, die in den Journalismus einsteigen wollen?
Am Schreibstil feilen; offen sein für Neues; entweder eine Journalistenschule besuchen oder eine Ausbildung, die im weitesten Sinn mit Sprache/Politik zu tun hat; Stage bei einem Medium.
 
Welche Talente sollte der journalistische Nachwuchs mitbringen?
Neugier; Flair fürs Schreiben; Teamfähigkeit; bereit sein, Sonderefforts zu leisten, wenn nötig; Bereitschaft zu unregelmässigen Arbeitszeiten (auch am Abend oder Sonntag).
 
Was empfehlen Sie KMU, die sich Medienpräsenz wünschen?
Persönlicher Kontakt mit Redaktion; überlegen, welche Events für ein breites Publikum interessant sein könnten; Prominente ziehen immer; nicht mit Einsendungen bombardieren, sondern sich auf ein paar wenige wichtige Sachen konzentrieren.
 
Das peinlichste Fettnäpfchen für KMU, die mit Medienschaffenden Kontakt aufnehmen?
Arrogantes Auftreten (nach dem Motto: ihr müsst, das bringen; das entscheidet immer die Redaktion); Fehler in Einsendungen; penetrante Werbung statt eines originellen Events.