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So finden Sie die richtigen Worte

Eines gleich vorweg: Egal was einige Schriftsteller oder Werbetexterinnen sagen, Schreiben ist ein Handwerk. Auch der Begabteste muss es beherrschen, um seine Texte lesenswert zu verfassen. Das Texthandwerk ist heute Dank elektronischer Texterfassung und dem Internet um ein Vielfaches einfacher geworden. Im Textverarbeitungsprogramm Word beispielsweise schlägt der Computer Synonyme vor, wenn einem das Wort nicht gefällt, das da steht. Noch bessere Vorschläge gibt es allerdings von Internet-Seiten wie dem Wortschatz der Universität Leipzig.

Wenn aus kraftvoll wuchtig wird

Das Wörterbuch auf der Website wortschatz.uni-leipzig.de ist eine wahre Fundgrube an Wortvariationen. Gibt man beispielsweise „kraftvoll“ ein, schlägt die Website diese Synonyme vor: agil, dynamisch, energiegeladen, gewaltig, heftig, kräftig, schwungvoll, wuchtig. Gerade letzteres Wort zeigt anschaulich, wie ein treffender Begriff die Bedeutung eines Textes entscheidend beeinflusst. Ob kraftvoll oder wuchtig im Satz steht, prägt das Texterlebnis erheblich. Und wem die im ersten Durchgang vorgeschlagenen Synonyme noch nicht reichen, erhält weitere Anregungen wie bärenstark, erholt, frisch, handfest, kernig, knackig, nervig, robust, scharf, sehnig, stabil, stämmig, stark oder stürmisch.

Locker schreiben, gewissenhaft überarbeiten

Fast jeder Text ist im ersten Entwurf noch etwas mangelhaft. Oder laut Vorschlägen des Wörterbuchs auch kümmerlich, ungenügend, unzulänglich, dilettantisch, erbärmlich, fehlerhaft, halbfertig. Wobei mangelhaft eindeutig das bessere Wort ist, da es den Textzustand beschreibt, ohne den Verfasser vor den Kopf zu stossen. Das Geheimnis erfolgreichen Schreibens liegt darin, den Textfluss ungeachtet aller Unzulänglichkeiten am Fliessen zu halten. In der ersten Überarbeitung können dann treffendere Begriffe gesucht werden. Beispiel aus diesem Text: Der erste Satz hiess in der ersten Variante „Eines gleich zuerst“, was der Verfasserin nicht zusagte. Das Wörterbuch lieferte als Alternative „vorweg“. Ein viel treffenderer Begriff, da er „vorweg nehmen, im Vornhinein“ bedeutet, was die zeitliche Abfolge der Textinformationen unterstreicht. „Im Vornhinein“ erscheint zeitlich früher als „zuerst“. Auch in der ersten Überarbeitung werden allfällige Tipp- oder Rechtschreibefehler beseitigt. In der zweiten Überarbeitung wird das Gesamtbild des Textes überprüft und wo nötig nachgebessert. Danach ist Schluss. Denn erfahrungsgemäss wird nach der zweiten Überarbeitung der Text wieder schlechter. Und das wollen wir ja nicht, oder?

 

Autorin: Daniela A. Caviglia

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