p&e-Blog als App

Lieblingskind Blog - Stiefkind Bild

Gastkommentator Hardy Jäggi ist Geschäftsführer von news aktuell schweiz
 
 
 
Web 2.0 - dringender Handlungsbedarf für Pressestellen?
 
Seit geraumer Zeit hält sich der Begriff "Web 2.0" in Branchen-Newslettern und -Blogs. Podiumsdiskussionen, Umfragen und Studien befassen sich ebenfalls damit. Ich frage mich schon seit geraumer Zeit, ob da nicht etwas hochgepusht wird, das eigentlich gar nicht so viel Aufmerksamkeit verdient hat.


Wenn PR-Schaffende von Web 2.0 reden, fällt rasch das Stichwort "Blog". Es heisst dann, Unternehmen und Organisationen müssten unbedingt mittels Blog mit ihren Zielgruppen kommunizieren. Aber welche der Zielgruppen liest denn überhaupt Blogs?
 
news aktuell hat im Mai 2007 in Deutschland 1200 Journalisten/innen zu Web 2.0 befragt. Ich gehe davon aus, dass die Antworten in der Schweiz sehr ähnlich ausgefallen wären. Hier drei interessante Punkte:
 
  • Die Frage "Welche Relevanz hat Web 2.0 für Ihre journalistische Arbeit", wurde von 61 Prozent mit "gar keine" oder "gering" und von 30 Prozent mit "hoch" oder "sehr hoch" beantwortet.
  • Zu "Blogs nutze ich zur journalistischen Themenfindung" sagten 74 Prozent "selten" oder "nie".
  • Nur 5 Prozent nutzen Blogs "häufig". Noch trister sieht es aus bei der Aussage "Blogs nutze ich als journalistische Quelle". "Häufig" tun das nämlich gerade noch 3 Prozent der Befragten. 82 Prozent hingegen tun es "selten" bis "nie".
Klar, vor ein paar Jahren besassen auch erst wenige Unternehmen eine Homepage. Damals waren sie Exoten und wurden von Vielen belächelt. Allerdings bezweifle ich, dass Blogs jemals eine ähnliche Bedeutung erlangen werden. Die Wichtigkeit von Blogs wird meines Erachtens stark überbewertet. Oder wie viel Zeit verbringen Sie selber mit dem Lesen von Blogs?
 
Mehr Gewicht auf visuelle PR setzen
Hunderte von Medienmitteilungen gelangen täglich auf den verschiedensten Kanälen in die Redaktionen: Geschäftszahlen, Personalien, Kooperationen, neue Produkte, neue Projekte etc.
 
Leider handelt es sich all zu oft nur um seitenlangen Text. Wieso visualisiert man die ganzen Zahlen der Erfolgsrechnung, das neue Gesicht in der Geschäftsleitung oder den neuen Blockbuster nicht?
 
Print- und Onlinemedien sind auf Bilder und Infografiken angewiesen. Kommt gutes Bildmaterial direkt von der Pressestelle, ist es kostenlos und die zeitraubende Suche in Bildarchiven entfällt. Dieser Service gegenüber den Medien sollte intensiver gepflegt werden. Führt er doch zu mehr Aufmerksamkeit und erhöht die Abdruckchancen.
 
Mein Fazit für PR-Schaffende
Gehen Sie ganz ruhig, mit genügend Distanz an Web 2.0 heran und rufen Sie sich gleichzeitig in Erinnerung, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte.