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Was man jetzt schon tun kann, um beim offiziellen Start von Google+ besser zu sein als die Konkurrenz

Nachdem Google mit seinem letzten Versuch eines sozialen Netzes, Google Buzz, eine harte Bauchlandung hinlegte, wurde vor zwei Tagen Google+ teilweise für externe Nutzer geöffnet. Seither wird extrem viel darüber geschrieben, die Meinungen gehen weit auseinander. Hier eine kleine Übersicht über die Vorteile von Google+ und was man schon jetzt tun kann, um nachher besser zu sein als die Konkurrenz.
 
 
Was ist Google+?
 
Als Erstes eine kleine Übersicht über Google+. Prinzipiell ist es die Fortsetzung der Google Profile, die es schon länger gibt. Deren Funktionen wurden in den letzten Wochen kontinuierlich ausgebaut. So können jetzt schon andere soziale Netzwerke eingebunden werden, damit Google das soziale Umfeld erkennt. Noch nicht lange online ist die Funktion, sich die sozialen Verbindungen anzeigen zu lassen. Google nutzt hier gekonnt seine Stärken aus und verbindet diese mit den entsprechenden Links zu Webinhalten. Ein kleiner Einblick:
Google+ basiert auf den schon länger geknüpften sozialen Verbindungen.
 
Wer also schon ein Google Profil hat, bei dem greift Google auf eine breite Vernetzungs- und Informationsbasis zurück, die seinesgleichen sucht. Beim Einstieg in Google+ beginnt man also nicht von Neuem, sondern kann auf all seine bestehenden Kontakte aus anderen Netzwerken zurückgreifen, die erst noch in einem völlig semantischen Kontext zu den von Google für die Websuche erhobenen Daten stehen.
 
Was kann Google+?
Google+ kann also unser Netzwerk in Zusammenhang mit öffentlichen Weblinks setzen. Die Basis für ein auf Vorlieben und Beziehungen basierendes Netzwerk, welches das gesamte Internet umfasst. Auf dieses atemberaubende Potenzial werden Funktionen aufgebaut, deren Einsatzmöglichkeiten fast unbegrenzt sind:
  1. Ich kann all meine Kontakte in Zirkeln organisieren. Und bei allem bestimmen, welche Zirkel es sehen können. Damit wird eine Trennung von privaten und beruflichen Beziehungen wieder möglich.
  2. Ich muss nicht alles Interessante gleich "liken" oder befreunden. Wie bei Twitter kann ich spannenden Personen folgen, ohne dass wir uns gleich vernetzen müssen.
  3. Ich kann mit Einzelnen oder Gruppen chatten, ideal nicht nur für den privaten Bereich, sondern auch im Social Business. Statt zahlreicher E-Mails in Arbeits- und Projektgruppen können die Informationen per Gruppennachrichten oder Gruppenchats ausgetauscht. Google+ wird also auch zur kostenlosen Alternative zu Yammer.
  4. Ich kann mit Einzelnen oder Gruppen Videokonferenzen durchführen, und zwar der gehobenen Art mit Einspielung von Inhalten und Infos. Das ist ebenfalls nicht nur für den privaten Bereich interessant, sondern ebenso für Enterprise 2.0. Die Einsatzmöglichkeiten sind enorm.
  5. Das Teilen von eigenen Inhalten und Bildern wird erleichtert, das Empfehlen von Websites, einzelnen Artikeln und multimedialen Inhalten über alle öffentlichen Inhalte im Internet gefördert.
  6. Zusätzlich bindet Google+ Webinhalte in sein soziales Netz ein, so dass übergreifend News, Websites und einzelne Artikel angezeigt werden, die meinen Interessen und meinem Netzwerk entsprechen.
  7. Den Bereich mit öffentlichen Inhalten kann ich nach Themen organisieren, so dass die thematische Webrecherche durch eine persönlichen Webbereich ersetzt wird.

Wird Google+ Erfolg haben?

Diejenigen, die bei mir schon länger mitlesen oder mich persönlich kennen, wissen, nach welchen Kriterien ich neue Dienste einschätze:

  1. Der neue Dienst muss sinn- und nutzvoll sein
  2. Der neue Dienst muss einfach sein
  3. Der neue Dienst muss auf bestehenden Aktivitäten (Vernetzungen, Kontakte) aufbauen können
  4. Der neue Dienst muss viele andere Dienste ersetzen können, je mehr, umso besser
  5. Der neue Dienst muss mit vielen anderen Diensten kompatibel sein
  6. Der neue Dienst muss Schwächen anderer Dienste beheben
  7. Der neue Dienst muss coole Erweiterungen beheben
Nach diesen Kriterien beurteilt, hat Google+ ein so grosses Potenzial, dass es sogar Facebook ernsthaft Konkurrenz machen wird. Ich gehe sogar noch weiter und prophezeihe: Google+ wird das neue Facebook.

Was bedeutet Google+ für Facebook-User?

Auch wenn Google+ noch nicht der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung steht, kann man sich auf die Einführung vorbereiten.

  1. Ein Google Profil eröffnen, falls man nicht schon eines hat (Anleitung Google-Profil erstellen gibt es hier)
  2. Sein Profil optimieren, falls man schon eines hat und zwar mit allen relevanten Informationen, einem guten Bild, all seinen Web- und Social-Media-Präsenzen
  3. Das Google Profil mit seinen Twitter- und Facebook-Accounts verbinden

So gerüstet hat man einen hübschen Start-Vorteil, wenn Google+ öffentlich wird.

Was bedeutet Google+ für Unternehmen?

Auch in diesem Netzwerk kommt Mensch vor Marke. Unternehmen, die sich eine Wettbewerbsvorteil bei Google+ verschaffen wollen, achten darauf, dass möglichst alle Mitarbeitenden gute und vollständige Google Profile haben. Die Unternehmenspräsenz wird in möglichst jedem Mitarbeiter-Profil verlinkt. Das erhöht die Visibilität des Unternehmens beim Start von Google+ erheblich. Natürlich sind auch alle anderen Verbindungen zu Google möglichst optimiert. Man kann davon ausgehen, dass für die Sichtbarkeit von Unternehmen bei Google+ mehrere Faktoren wichtig sein werden:

  • Eine gute, gern gelesene und suchmaschinenoptimierte Website
  • Relevante, weit verbreitete und häufig weiterempfohlene Inhalte
  • Eingebundene Google-Dienste (Webmastertools und Co.)
  • Mit relevanten Inhalten hinterlegte Bilder und Videos
  • Aktuelle und mit den richtigen Stichworten bestückte Google Places
  • Viele Plus1 (Facebook-Like-Alternative von Google)

Die gute Nachricht für Unternehmen ist also: Wer es bisher richtig gemacht hat, wird voraussichtlich durch die Einführung von Google+ belohnt. Die gute für Suchmaschinenoptimierer, Adwords-Anzeigen-Werber und Webgestalter: Eure Berufe wird es dank Google+ weiter geben.

Die schlechte Nachricht für all jene, die voll auf Facebook gesetzt haben (Agenturen als auch Unternehmen): Es gibt ein Internet ausserhalb Zuckerbergs Kosmos ;-)

Pro und Kontra Google+

Es gibt natürlich auch Journalisten, Webautoren und Blogger, die Google+ kein hohes Potenzial zuweisen. Und solche, die noch weitere Vorteile der brandneuen Facebool-Alternative aufzeigen. Hier eine kleine Linkliste zu weiteren Beiträgen, ersten Testberichten und Anleitungen zu Google+:
 
Soll ich mich jetzt schon mit Google+ befassen?
Mein Rat an alle, die auf Social Marketing, Social Business, Social Networking oder Social Communications setzen: Ja!
 
Denn je schneller man sich um Google+, respektive die eigenen Vorbereitungen darauf mittels Google Profilen startet, umso höher ist der Wettbewerbsvorteil. Oder seid ihr nach meinen Ausführungen noch anderer Meinung?